Über Beikost

Zum Neustart des Blogs möchte ich hier einige Worte zur sogenannten „Beikosteinführung“ bei unserem Sohn verlieren und erzählen wie das bei uns so läuft mit dem Essen.

Wir haben uns gegen den klassischen Weg der Beikost mit Brei in allen möglichen Varianten entschieden und stattdessen mit 5 – 6 Monaten begonnen unserem Baby Fingerfood anzubieten. Dadurch haben wir ihm von Anfang an die Möglichkeit gegeben selbstständig zu essen und Nahrungsmittel in ihren vielfältigen ursprünglichen Texturen und Geschmäckern kennenzulernen. Gleichzeitig wurde er weiterhin nach Bedarf gestillt und er stillt auch aktuell (13 Monate, September 2018) noch sehr gern. Ausführliche Infos zu diesem sogenannten Baby Led Weaning findet ihr im Internet auf breifreibaby.de oder in Büchern wie „Einmal breifrei bitte“ von Loretta Stern und Eva Nagy. Dort gibt es auch Listen mit den (recht wenigen) Lebensmitteln, die nicht für unter Einjährige geeignet sind (z.B. Honig).

Wir begannen also mit gedünstetem Gemüse und Obst in Pommes-Form, damit der Spatz das Essen selbst in die Hand nehmen und probieren konnte. Beim Kochen überlegten wir nun immer welche Komponenten für unser Baby geeignet seien und entnahmen häufig bereits eine Portion für ihn vorm Salzen oder Hinzufügen sehr scharfer Gewürze. Wir hoffen die von uns hier vorgestellten Rezepte sind eine gute Inspiration für die vielen Tage an denen man sich fragt, was man nur Babygerechtes kochen könnte.

Zu Trinken haben wir ihm von Anfang an Wasser aus einem Becher angeboten, was auch ziemlich gut funktioniert hat. Unterwegs haben wir lange Zeit den Magic Cup von Nuk verwendet, seit einigen Wochen scheint er jedoch nicht mehr gern daraus zu trinken. Stattdessen trinkt er jetzt einfach mit aus unseren Edelstahlflaschen, eh praktischer, als immer noch einen Extra-Becher einzupacken.

Der Baby-Spatz wird zurzeit vegetarisch ernährt mit wenigen Ausnahmen (wenn wir mit Freunden grillen, gibt’s manchmal Würstchen). Da er aktuell noch stillt mache ich mir wenig Sorgen über Nährstoffmangel, achte aber darauf ausreichend pflanzliche Protein- und Eisenquellen in seine Mahlzeiten einzubauen. Zum Thema vegetarischer und veganer Ernährung von Babys und Kleinkindern kann ich sehr die (leider nur englischsprachigen) Online-Broschüren des First Steps Nutrition Trust empfehlen. Jetzt beginnt gleich die Kita-Zeit und dort wird er auch Fleisch essen. Wir sind mit dem Speiseplan des Caterers nicht wirklich glücklich, wollen ihn aber nicht ausgrenzen. Wenn er etwas älter ist, kann er selbst entscheiden ob er weiter Fleisch essen möchte oder nicht. Bisher haben wir außerdem weitestgehend auf raffinierten Zucker verzichtet, auch das wird sich leider ändern durch die Kita. Zu Hause werden wir aber weiterhin darauf achten. Im Urlaub auf Bornholm durfte er jedoch hin und wieder vom großartigen und unvergleichlichen dänischen Softeis probieren, Ausnahmen muss es schließlich auch geben.

Den Begriff „breifrei“ finde ich persönlich auch ein bisschen irreführend. Baby Led Weaning heißt für mich nicht, dass unser Kind nichts Breiiges essen darf. Erwachsene essen schließlich auch Dinge wie Haferbrei, Grießbrei, Joghurt oder Kartoffelmus. Viele Eltern füttern in unseren Augen jedoch ziemlich übergriffig oder mit Ablenkungstaktiken und Überzeugungsversuchen. Wir wollten dem Spatzen auch beim Essen vom Löffel eine gewisse Selbstbestimmung zugestehen. Deswegen haben wir ihm am Anfang in solchen Fällen den beladenen Löffel in die Hand gegeben und geholfen ihn zum Mund zu führen. Bereits mit 10 Monaten war er ein recht passabler Selbst-Löffler, zumindest wenn ihm das Essen schmeckt. Mit 12 Monaten haben wir auch eine kleine Gabel eingeführt, aber einen Großteil der Mahlzeiten isst unser Sohn immer noch mit den Händen.

Nicht verschweigen wollen wir, dass man für diesen Weg der Beikosteinführung viel Geduld und viele Putzlappen braucht, denn beim Selbstessen geht meist ganz schön viel daneben.

Zu Beginn war unser Baby noch sehr probierfreudig, inzwischen macht er jedoch um etliche Lebensmittel leider einen großen Bogen. Ich bin immer froh, wenn ihm mal wieder etwas schmeckt, das ich gekocht habe. Generell isst er meist nur sehr wenig und für die Fotos geben wir mehr auf den Teller als er normalerweise isst, aber sonst sähe es einfach etwas seltsam aus. Die fehlenden Kalorien gleicht er dann wahrscheinlich durch das immer noch sehr häufige nächtliche Stillen aus.

Wir versuchen die gemeinsamen Mahlzeiten möglichst entspannt und stressfrei zu gestalten und vor allem ohne Druck. Das ist häufig gar nicht so einfach, wenn der Baby-Spatz scheinbar grundlos weint im Hochstuhl, versucht herauszuklettern, breiiges Essen aus seiner Schüssel auf dem Tisch verteilt oder alles auf den Boden wirft (Geschirr mit Saugnapf ist wirklich sehr hilfreich!). Wir versuchen ihn nicht zu überreden zum Essen, sondern höchstens sanft zu motivieren und auch zu akzeptieren, dass er manchmal gar nichts essen möchte. Häufig probieren wir es dann mit Alternativen wie Knäckbrot oder Obst. Außerdem versuche ich es nie persönlich zu nehmen, wenn mein liebevoll zubereitetes Essen verschmäht wird.

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